Was ich alles nicht verstehe(n will)… Teil I

M. und ich nippen an unseren Mojitos, als plötzlich ein Bekannter von ihr an unserem Tisch steht. Man stellt sich vor und der Bekannte, T., setzt sich an unseren Tisch um ein wenig mit uns zu plaudern. Der Gute kann mit knapp über 30 auf eine berufliche Laufbahn zurückblicken, von der so mancher anderer nur träumen kann. Mittlerweile sitzt er in einer Führungsposition eines großen Konzerns und so manche seiner Untergebenen könnten auch seine Eltern sein.

Abgesehen von seinem beruflichen Erfolg besitzt T. durchaus Charme, den er sichtlich bewusst einsetzt. Das Gespräch ist wider aller Erwartungen kurzweilig und lustig, nein, er gehört keineswegs zu der Sorte „egozentrisch und nervtötend snobistisch“ wie so mancher seiner Artgenossen. Später, als M. und ich wieder unter uns sind, kann ich natürlich nicht anders und frage sie über T. aus.

Neben einer bewegten Vergangenheit erfahre ich, dass er derzeit seine über-100-Quadratemeter-Innenstadt-Dachterassenwohnung mit einer slowakischen Kassiererin/Nebenberufsmodel teilt. Man lässt sich gerne bei diversen Events gemeinsam sehen, wobei M. nicht einmal genau sagen könnte, ob die Freundin überhaupt der deutschen Sprache mächtig ist, da Sprechen offensichtlich nicht in ihre Hälfte der Aufgabenteilung in der Beziehung fällt.

Damit war für uns schnell klar, was der Mann in einer Lebens(abschnitts)partnerin sucht. Kleiner Tipp: Der intellektuelle Gedankenaustausch wird’s vermutlich nicht sein.

Ich bin natürlich auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen und weiß, dass es derartige Beziehungen millionenfach gibt und das auch immer bis zu einem gewissen Grad so bleiben wird, aber ich werde nie verstehen, warum erfolgreiche Frauen in den meisten Fällen sehr wohl von einem Mann träumen, der sich intellektuell und erfolgsmäßig auf einer Wellenlänge mit ihnen befinden, aber während erfolgreiche Männer eher das komplette Gegenteil suchen.

Sicherlich ist das ein Thema über das man mehrere Bücher füllen könnte, aber eines ist klar: Das Ganze macht einer intelligenten (halbwegs) erfolgreichen Frau das Leben nicht gerade einfacher.

November 25, 2007. L'Amour. Kommentieren.

Der samstägliche Albtraum hat einen Namen: IKEA

Wenn es um’s Shooping geht, bin ich normalerweise sehr hart im nehmen. So ungeduldig und reizbar ich bei so manchen anderen Dingen bin, wenn es um mein Einkaufsvergnügen geht, halte ich so einiges aus. Die einzige Situation, in der in ein Geschäft, ja sogar ein ganzes Einkaufsviertel war in Paris, an dem Tag an dem der offizielle Winterschlussverkauf begonnen hat. Ein Erlebnis, das ich nicht so gern wiederholen möchte – so verbilligt kann nichts sein, damit ich mich diesem Wahnsinn aus rabiaten Japanerinnern, die alles niedermähen, was sich zwischen ihnen und ihre Gucci-Tasche stellt, jemals wieder aussetzen würde. Wie auch immer, ich hatte naiverweise gedacht das wäre bereits der Gipfel des Irrsinns, tja, das war bevor ich IKEA am Samstag kennen gelernt habe.
Blöderweise geht es ca. 10 Millionen Österreichern, Ungarn, Slowaken und Tchechen genauso wie mir, und zwar, dass sie unter der Woche arbeiten müssen und daher nur am Samstag wirklich Zeit haben, sich um die stilgemäße Einrichtung ihrer eigenen vier Wände zu kümmern. So kommt es, dass ich jede Woche, wenn der Samstag naht, wahrhaftig Bauchkrämpfe bekomme, bei dem Gedanken, was mir wieder einmal bevorstehen wird. Ganz besonders vergangenen Samstag, als ich meine Küche abgeholt hatte und daher etwa 781 Einzelteile aus der Selbstbedinungshalle holen und diese dann in einen großen Transporter – der vorher auch noch geparkt werden musste – laden musste.
Ich muss wohl nicht dazusagen, dass an weggehen vergangenes Wochenende gar nicht zu denken war. Meine Laune hat sich erst gebessert, als ich am Sonntag Nachmittag mit S., meinem Papa und der Sisterella an meinem Esstisch gesessen bin, vor uns zwei Familienpizze, und stolz begutachtete, wie weit wir gemeinsam an nur einem Nachmittag gekommen waren. Auf dem gegenüberliegenden Dach lag noch Restschnee und die Straße wirkte noch idyllischer als sonst. Ich habe so ein Glück, so ein wunderes Plätzchen mitten in der Stadt gefunden zu haben. Und ich weiß, sobald ich diese Wohnung nicht mehr jedes Mal mit Rückenschmerzen verlassen muss, werde ich das noch mehr zu schätzen wissen.

November 12, 2007. Uncategorized. Kommentieren.

Rastlos

In letzter Zeit stehe ich irgendwie komplett neben mir. Ich verbringe jede freie Minute damit von Möbelhaus zu Möbelhaus zu tingeln und wenn diese dann irgendwann doch zusperren, gehe ich bis spät in die Nacht Kataloge durch, die ich sicherlich alle bereits zigtausend mal durchgeblättert habe, in der Hoffnung, vielleicht doch irgendetwas Interessantes übersehen zu haben. Von meiner zukünftigen Küche existieren bereits 27 Versionen – und ein Ende ist nicht abzusehen, denn noch immer traue ich mich nicht sie endgültig zu bestellen – aus lauter Angst ich könnte etwas übersehen haben, ein besseres Angebot, eine bessere Kombination der Kasteln, usw.

Ich wälze mich nächtelang schlaflos im Bett mit der Frage im Kopf, ob ich mir einen Kühlschrank nehmen soll, der nach rechts oder doch lieber nach links öffnet. Und werden die Sofas zu viel Platz im Wohnzimmer wegnehmen? Wie groß muss eine begehbare Garderobe eigentlich sein und wo bitteschön passt ein Bücherregal am besten hin? Welche Bilder sollen auf welcher Wand hängen und ist es ein Faux Pas unterschiedliche Holztöne in den gleichen Raum zu lassen?

Ich habe mich in meinen schlimmsten Albtraum verwandelt und weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Ich wollte relaxed an das ganze herangehen. Meine neue Wohnung genießen und mir keinen Stress mit dem Einrichten machen, mir Schritt für Schritt meine Traumwohnung gestalten, also woher kommt diese innere Unruhe und Rastlosigkeit, die mich befallen hat, seitdem ich meine Unterschrift unter den Mietvertrag gesetzt habe und seitdem nicht mehr loslässt? Ich will wieder durchschlafen, entspannen und mich auf andere Dinge als Einrichtung konzentrieren können – aus das Buch zum Beispiel, das ich seit 3 Wochen tagtäglich mit mir herumschleppe, ohne auch nur eine einzige Seite gelesen zu haben!

November 5, 2007. Obsessionen. Kommentieren.

Filmfieber

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Gestern Abend habe ich mir im Rahmen der Viennale den Film „Michael Clayton“ angesehen. Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich anfangs gar nicht so enthusiastisch war, als A. sich den Film als Teil ihres Geburtstagsgeschenkes ausgesucht hatte, aber man kann dem Geburtstagskind ja schwer etwas abschlagen, daher habe ich mich dem Wunsch gebeugt. Es war ja nicht so, als hätte mich der Film nicht interessiert, aber ich hatte mir für meine Viennale Premiere einfach etwas ein wenig …. anspruchsvolleres, intellektuelleres gewünscht. Aber im Nachhinein war ich vollauf zufrieden mit unserer Wahl: Nicht nur, dass George Clooney wieder einmal zum schmachten war, auch der Film selbst war spannend bis zur letzten Minute, die Handlungsstränge wurden auf geniale Art und Weise langsam miteinander verbunden, sodass man nicht, wie es sonst bei amerikanischen Actionfilmen oft der Fall ist, bereits nach den ersten 20 Minuten eine Ahnung hat, wie es weitergeht, sondern bis zum Schluss braucht, um die Handlungsstränge zu verbinden und zu verstehen.
Peinlich war lediglich, dass ich die ersten 10 Minuten nur halb mitbekommen hatte, da ich mit dem Schlaf gekämpft hatte. Nein, nein, der Film war wirklich spannend, aber es passiert mir in letzter Zeit andauernd, dass mir, sobald ich irgendwo ruhig sitze, die Augen zufallen. So auch letztes Wochenende als meine Freundin MD aus Deutschland zu Besuch war und ich uns einmal Karten für die Oper (La Traviata) und einmal für’s Theater (Der Sturm) besorgt hatte und dann echte Probleme hatte, wach zu bleiben. Das Problem ist: Ich schlafe in letzter Zeit viel zu wenig, wenn ich wach bin, passiert einfach zu viel, das meine Adrenalinspiegel permanent in die Höhe treibt oder dort hält, so dass ich einfach erschöpft bin – glücklich erschöpft, aber doch erschöpft. Mehr dazu ein andermal – ich muss jetzt weiter, denn heute Abend erwartet mich mein nächster Viennale Film: Je pense à vous. Man darf gespannt sein.

Oktober 22, 2007. Good Times. Kommentieren.

See ya!

Zufällig las ich, dass mein absoluter Lieblingseissalon „Tichy“ mit Ende des letzten Monats in die Winterpause geht.

Ich gehe eigentlich sehr selten wirklich Eisessen, aber wenn man plötzlich mit Verlustängsten konfrontiert wird, kann man plötzlich gar nicht anders, als sich nach dem Objekt, das man im Begriff ist zu verlieren (und sei es nur für ein paar Monate), zu verzehren.

In meinem Fall war das ein riesiger Pina Colada -Eisbecher mit der besten Schokoladesauce der Welt und viel Schlagobers und getrockneten Ananas. Darunter findet sich außerdem noch eine Tonne Kokoseis, das, wenn man sich mal durch den Wahnsinn aus Schokolade und Schlag gearbeitet hat, direkt „light“ schmeckt.

Obwohl ich das Eis nicht einmal zur Hälfte aufgegessen hatte, hatte ich es bis fast an die Grenze der Übelkeit geschafft. Die Betonung liegt jedoch auf FAST, denn selbst jetzt läuft mir bei dem Gedanken an das große Fressen (bei dem ich übrigens in bester Gesellschaft von S. war, die meine Neigung zum Zuckerhigh teilt) läuft mir noch immer das Wasser im Mund zusammen.

Aber glücklicherweise habe ich noch ein paar Stücke meiner Eistorte, die ebenfalls noch vor der Winterpause retten konnte, die mich über den Verlust vorerst hinwegtrösten können.

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Oktober 11, 2007. Obsessionen. Kommentieren.

Out of order

Ich weiß, ich weiß, in den letzten Tagen war ich wirklich seeeeehr nächlässig mit schreiben, aber ich habe wirklich gute Gründe:

- ein neuer Job

- Wohnungssuche

- Geburtstagsvorbereitungen

- Besuch von Freundinnen aus Deutschland

- Planlosigkeit und Entscheidungsschwäche ohne Ende

Ich verspreche aber hier offiziell und hoch und heilig: sobald ich sowas wie wieder den Durchblick in meinem Leben bekommen habe bzw. die Zeit und Ruhe habe, mich hinzusetzen und meine Gedanken an dieser Stelle zu ordnen und aufzuschreiben, werde ich das hier tun, großes Indianerehrenwort.

Aber bis dahin muss ich jetzt weiter zusammenräumen, denn morgen kommt meine Freundin S. und ich möchte nicht, dass sie bereits in den ersten 10 Sekunden, nachdem sie das Haus betreten hat, weiß, wie es im Moment in mir drinnen aussieht.

Oktober 10, 2007. Drama Queen, Working Girl. Kommentieren.

Happy Birthday …

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… to meeee!

Oktober 8, 2007. Moi. Kommentieren.

Working Girl

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Wie versprochen, mein Bericht zum ersten Arbeitstag. Eigentlich war alles – wie erwartet – eher unspektakulär. Ich habe in erster Linie versucht, Gesichter, Namen und Funktionen einander zuzuordnen, einen halbwegsten Durchblick bei den aktuell laufenden Projekten und der Rolle, die ich bei ihrer Durchführung spielen soll, zu verschaffen und dabei halbwegs kompetent und produktiv auszusehen.

Tatsache war aber, dass ich sehr viel Zeit nutzlos in der Gegend herumgesessen bin und bemüht war, dies durch emsiges Notizen machen, am Computer tippen und auf „Aktualisieren“ in meinen Lotus Notes-Account zu klicken.

Ich bin davon überzeugt, dass es sich um einen super Job in einem tollen Unternehmen handelt und auch die Kollegen scheinen alle mehr als nur in Ordnung zu sein, aber wie schon bei meiner letzten Büro-Erfahrung, vermisse ich manchmal das kreative Chaos, das „Ins-kalte-Wasser-geworfen-werden“ und das auf sich allein gestellt sein, dass ich aus meiner Zeit als Journalistin kannte. Ich bin mir nämlich nicht 100%ig sicher, ob ich für eine klassische Corporate Career geboren bin, besser gesagt, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht bin.

Zum einen langweile ich mich sehr schnell, wenn ich mich unterfordert fühle und das geht bei mir – ohne überheblich klingen zu wollen – seht schnell. Ich eigne mich auch absolut nicht für interne Firmenpolitik, die verlangt, sich bei den richtigen Leuten einen guten Namen machen, nützliche Freundschaften pflegen und wenn es sein muss, den richtigen Leuten regelrecht in den Arsch zu kriechen. Das alles geht mir so sehr gegen den Strich, dass es mir alleine bei Gedanken daran, mich für irgendetwas derartig prosituieren zu müssen, den Magen umdreht. Dazu kommt, dass ich eigentlich absolut keine Machtambitionen hege. So sehr ich es hasse, mir von jemand anderem sagen lassen zu müssen, was ich zu tun habe und wie ich es zu tun habe, dass da jemand ist, der das offizielle Recht darauf hat, seinen Senf zu meinem Schaffen zu geben und dabei oft den Intelligenzquotienten aufweist, der die Raumtemparatur nur knapp übersteigt, hege ich null Ambitionen diese Leute irgendwann einmal zu führen oder selbst diejenige zu sein, die anderen sagt, was sie tun sollen.

Ich hege da eher einen „laisser faire“-Ansatz, der in etwa so aussieht, dass ich bei meinen Projekten kreative Freiheit haben will und anderen das gleiche Recht einräumen. Die meiste Zeit bin ich nämlich ohnehin viel zu sehr mit mir und den Menschen, die mir wichtig sind beschäftigt, als dass ich mich um die Unzulänglichkeiten anderer Menschen herumärgern wollen würde.

Wie dem auch sei: Ich glaube, dass oben beschriebene Eigenschaften nicht auf meine Kollegen und Vorgesetzten zutrifft und ich weiß, dass Eigeninitiative, flache Hierarchien und Selbstständigkeit in meiner neuen Firma groß geschrieben werden, daher bin ich optimistisch, hier ein passendes Platzerl für mich gefunden zu haben.

Foto: Hugo Boss auf www.elle.de

Oktober 1, 2007. Working Girl. Kommentieren.

Dressed for Success

Morgen ist mein erster Arbeitstag in meinem neuen Job in einem großen Konzern. Bin schon gespannt, was mich erwartet, aber ich muss ehrlich sagen: Bis jetzt ist mein Umfeld aufgeregter als ich. Während ich heute zahlreiche Anrufe von Freunden erhalten habe, die mir viel Glück für morgen wünschten und ich mindestens 23 Mal an diesem Wochenende aufgeregte Aufschreie wie „Nur noch 3 Tage bis zum ersten Arbeitstag!!“ „Morgen ist dein allerallererster Arbeitstag!!“ gehört habe und im nächsten Atemzug die Frage „Und, bist schon aufgeregt???!“ beantworten musste, muss ich ehrlich sagen, dass sich meine Aufregung noch in Grenzen hält. Natürlich bin ich neugierig und hoffe, dass meine Kollegen scwer in Ordnung sind, aber eigentlich bin ich nur froh, wenn dieses ganze Neusein-Getue endlich überstanden ist und ich mich meinen täglichen Aufgaben widmen kann, anstatt mich mit Namen merken, Papierkram erledigen, Bräuche und Abläufe beobachten und blöde Frage stellen herumzuplagen.

Überhaupt: Nachdem die Outfitfrage für morgen geklärt ist, bin ich überhaupt schon viel entspannter.

Wie auch immer: Ich halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden und berichte dann auch von dem Wahnsinns-Wochenende, das ich hatte und warum ich noch immer ein wenig berauscht durch die Welt torkle (könnte natürlich auch eine Erklärung für meine Coolness bezüglich meinem ersten Arbeitstag sein), aber für heute muss ich Euch vertrösten, da ich meinen ersten Arbeitstag ohne Augenringe und Kurznickerchen begehen möchte.

September 30, 2007. Working Girl. Kommentieren.

Manche Menschen,…

… die ein attraktives Jobangebot erhalten fangen daraufhin an, alle notwendigen Unterlagen für die Personalabteilung zusammenzusuchen. Manche überlegen sich auch die wichtigsten Fragen für das Infogespräch mit dem zukünftigen Vorgesetzten.

Andere wiederum freuen sich und stossen mit Freunden und Verwandten auf die gute Neuigkeit mit Sekt oder Champagner an.

Und dann gibt es auch jene, die aus lauter Euphorie zum Auto stürzen und den Rest des Tages die Mission verfolgen, ihr erstes Gehalt bereits vor dem ersten Arbeitstag auf den Kopf zu hauen.

Dreimal dürft ihr raten, zu welcher Sorte Mensch ich gehöre.

September 25, 2007. Shopaholic. Kommentieren.

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