Manche Menschen,…
… die ein attraktives Jobangebot erhalten fangen daraufhin an, alle notwendigen Unterlagen für die Personalabteilung zusammenzusuchen. Manche überlegen sich auch die wichtigsten Fragen für das Infogespräch mit dem zukünftigen Vorgesetzten.
Andere wiederum freuen sich und stossen mit Freunden und Verwandten auf die gute Neuigkeit mit Sekt oder Champagner an.
Und dann gibt es auch jene, die aus lauter Euphorie zum Auto stürzen und den Rest des Tages die Mission verfolgen, ihr erstes Gehalt bereits vor dem ersten Arbeitstag auf den Kopf zu hauen.
Dreimal dürft ihr raten, zu welcher Sorte Mensch ich gehöre.
MEIN Weihnachtsmann kommt manchmal auch im Sommer
Unerträglich lautes Klingeln riss mich heute früh jäh aus meinem Schönheitsschlaf. Komplett aus dem Konzept gebracht brauchte ich einige Zeit, bis ich realisierte, dass das Läuten nicht von einem Wecker, sondern von der Tür kam – meiner Tür um genau zu sein. Auch wenn ich noch nicht so weit war, die Uhrzeit als Ganzes geistig zu erfassen – der Blick auf den Radiowecker auf dem Nachttisch zeigte an der ersten Stelle eine „7“ an – rang ich mich schlussendlich doch dazu durch, nachzusehen, wer der Störenfried war, der es wagte, mich zu dieser unchristlichen Zeit zu belästigen. Der gestrige Abend mit J hatte seine Spuren hinterlassen und ich fragte mich, ob es tatsächlich Leute gab, die vom schlafen schöner werden.
Ich taumelte also schlaftrunken in Richtung Eingangstür und warf vorsichtshalber noch einen Blick in den Vorzimmerspiegel – oben herum: Tank Top – Check, unten herum: Hotpants – ein bissi kurz geraden, aber was soll’s – Check – und öffnete die Tür.
Tadaaaahhh! Was erblickten meine müden Augen: Ein etwas irritierter Postbote hielt mir ein Packet/Plastiksackerl-Etwas, auf dem der „La Redoute“-Schriftzug ragte, vor die Nase. Das nenne ich einen guten Start in den Tag! Gar nicht mehr böse ob der Störung Mitten in der Nacht, malte ich meine drei XXX auf das Gerät, das der gelbe Mann mir hinhielt, und nahm meinen Schatz in Empfang.
Meinem ursprünglichen Instinkt kehrte ich auf der Stelle in mein Bett zurück, um dort weiterzumachen, wo ich zuvor aufgehört hatte, doch sobald ich meinen Kopf auf den Polster gelegt hatte, war klar, dass an schlafen jetzt nicht mehr zu denken war. Wie ein kleines (amerikanisches) Kind am Weihnachtsmorgen krallte ich mir das Packet/Sackerl-Etwas und fing sofort an, alles durchzuprobieren. (Habe außerdem herausgefunden, dass sich die Betrachtung von verschwommenen Körperkonturen – ich hatte meine Kontaktlinsen noch nicht eingesetzt – sich definitiv positiv auf die Selbstliebe auswirkt – nur so als Tipp.) Ich musste mir selbst gratulieren: Natürlich hatte ich längt vergessen, was ich vor Wochen im Rahmen eines spontanen Shopaholic-Anfalles am Sonntag bestellt hatte, aber mein Geschmack ist seitdem weitgehend konstant geblieben, was zur Folge hatte, dass ich mich um kurz nach 8 Uhr bereits mit einem schwerwiegenden Entscheidungsproblem konfrontiert sah.
Nachdem eine Lösung dieses Problems nicht in unmittelbarer Zukunft absehbar war, beschloss ich letztendlich doch auf ein altes Hausmittel zurückzugreifen: darüber schlafen.
So versüsst man sich den Tag
Selbst, wenn ich wollte, ich könnte es nicht genau erklären: Es gibt Tage, da wacht man auf und fühlt sich aus unerfindlichem Grund „unrund“. Es ist nicht so, als wäre etwas Schlimmes passiert oder stünde etwas Unangenehmes bevor, aber trotzdem ist da etwas, als ob sich bei strahlend blauem Himmel eine einzige Wolke genau über die Sonne legen würde und so geht es den ganzen Tag dahin, dass sich die Sonne kurzzeitig durchsetzen kann und kurzzeitig ins Strahlen kommt, aber immer wieder ist da diese Wolke, die den sonst eigentlich perfekten Sommertag stört.
Ungefähr kann man sich meinen heutigen Gemütszustand vorstellen.
Zur Krönung habe ich mir dann auch noch just nach meiner Pilates-Stunde bei einem Fast-Sturz in der Dusche meinen Rücken verrissen, weshalb auch das Nach-dem-Sport-Endorphin-Hoch nur sehr kurz anhielt.
Also, was bleibt einem da noch, als auf altbewährte Wundermittel gegen schlechte Laune zurückzugreifen: Genau, Mädels, ich wüsste ja, dass Ihr mich verstehen würdet!
Daher, voilà – mein neues Baby!
Frau gönnt sich ja sonst nichts…
Bei meinem letzten Job war ich einmal beim Shooting eines Werbespots dabei, was sich zuerst total cool anhörte, aber nach 8 Stunden herumsitzen und warten bzw. zusehen wie ein und dieselbe Szene zum fünftausendsten Mal gedreht wurde, habe auch ich begriffen, dass auch diese Branche knallhart ist und es mit Luxus und Glamour auch nicht so weit her ist.
Doch eines der spannendsten Dinge am Set war für mich als Kosmetikfreak das Wunderköfferchen unserer Stylistin, aus dem sie in jeder Situation das perfekte Wunderteil hervorzauberte, um aus, zwar von Natur aus hübschen, aber halt „normal“ aussehenden, Frauen die Erscheinungen zu machen, die unsereins in Werbung und Frauenzeitschrift immer bewundert. Sie hat mir dabei für den makellosen Teint die Produkte von M·A·C empfohlen. Der größte Vorteil ist, dass man durch die große Auswahl an unterschiedlichen Nuancen, wirklich ein ganz genau auf den eigenen Hauttyp abgestimmtes Make Up/Puder, etc. finden kann, was gerade für Leute wie mich, die prinzipiell nie die perfekte Nuance finden und sich dann immer zwischen dem „Beige-braun-orange gefleckte Kuh“-Look und dem „Grufti“-Look entscheiden müssen, ideal ist. Bis jetzt habe ich ja immer gezögert, weil die Wunderdinger leider auch einen Wunderpreis haben, aber gestern habe ich dann doch beschlossen, dass das Projekt „Perfekter Teint“ nun wirklich überfällig ist und habe mir so ein Wunderteil gegönnt.
Eine Barbiepuppenverkäuferin mit pinken Wangen, Lippen und Lidschatten (Pink soll ja angeblich das neue Rot sein, und das jetzt, wo ich mich gerade mit letzterem angefreundet und für mich herausgefunden habe, wie ich es am besten kombinieren kann ohne auszusehen, als ob ich in einen Farbtopf gefallen wäre) hat mir also aus den geschätzten 50 Tönen meinen herausgesucht und ich habe dafür einfach den Betrag abgedeckt, als ich den Kreditkartenbeleg unterschrieben habe. Aber man gönnt sich ja sonst nichts ….
