Belle, die Küchenfee Teil II: Soupe Haricots Verts aux Amandes
Vielleicht könnt Ihr Euch erinnern, dass ich ja vor einiger Zeit kurzzeitig eine Anwandlung hatte, die mich zum exzessiven Kochen verleitet hat. Ich möchte hier gar nicht so genau auf die Gründe eingehen, warum diese Phase nur sehr kurz angehalten hat, sondern mit Euch ein Rezept teilen, dass ich damals ausprobiert habe und das gestern bereits zum zweiten Mal zum Einsatz kam, weil es so gut war (und DAS, soviel könnt Ihr mir glauben, kommt bei mir nicht oft vor, dass ich ein Rezept tatsächlich für den Alltag übernehme.
Ihr kennt das sicher: es gibt Tage, da sehnt man sich einfach nach etwas Warmen, cremigen, dass man sich während man sich vor den Fernseher pflanzt um sich irgendwelche Serien hineinzuziehen, aus der Schüssel löffeln kann. Bis jetzt hat in solchen Situationen Grießkoch oder heißer Pudding immer wie ein Wundermittel gewirkt, aber jetzt habe ich etwas Neues entdeckt, was wunderbarerweise noch dazu nicht einmal negativ auf die Figur auswirkt!
Entdeckt habe ich dieses wunderbare Rezept auf der Seite chocolateandzucchini.com, von der ich bereits früher erzählt habe und von der ich auch kürzlich das Kochbuch erhalten habe (aus dem bis zum heutigen Tage zwar etliche Post-It ragen, das aber leider noch immer ein jungfräuliches Dasein fristet, was aber – und das muss an dieser Stelle deutlich gesagt werden – keinesfalls etwas damit zu tun hat, dass es nicht brillant ist, sondern schlicht und einfach damit, dass es in letzter Zeit zu viele andere Dinge, abgesehen von Kochen, gegeben hat, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben – tja, so ist das bei mir. Der Sprung von einer Obsession in die nächste geht da manchmal recht schnell.) Wie dem auch sei: Ladies and Gentlemen, ich wünsche gutes Gelingen bei …
Soupe de Haricots Verts aux Amandes (Fisolensuppe mit Mandeln)
Für 4 bis 6 Personen:
3 EL Olivenöl
2 Zwiebel (geschält und gewürfelt)
1 Knoblauchzehe
3 Karotten (geschält und geschnitten)
500g Fisolen (grüne Bohnen)
Meersalz, frisch geriebener Pfeffer
1 lt. Gemüsebrühe
100g Mandeln gemahlen
Das Öl in einem Suppentopf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Karotten bei mittlerer Hitze dünsten. In der Zwischenzeit die Fisolen waschen und die Enden wegschneiden. In den Topf hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Unter regelmäßigem Umrühren etwa 5 Minuten dünsten.
Die Gemüsebrühe hinzufügen und das Ganze zugedeckt etwa 30 Minuten bei kleiner Hitze kochen, bis das Gemüse weich ist.
In der Zwischenzeit die Mandeln in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett kurz anrösten.
Sobald das Gemüse weich ist, Topf von der Herdplatte nehmen, Mandeln hinzufügen und etwas abkühlen lassen. Anschließend – am besten mit einen Handmixer – pürieren bis die Suppe schön cremig ist. Vor dem servieren wenn nötig noch einmal aufwärmen.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
Heute morgen erwartete mich eine positive Überraschung im Briefkasten: früher als erwartet fand ich das heiß ersehnte Kochbuch der wunderbaren Clotilde, deren Blog Chocolate & Zucchini ich liebe, vor. Ich kenne kaum ein Foodblog, das so inspirierend und sympathisch ist, wie dieses und Clotilde hat eine Gabe, ihre Faszination rund um das Kochen und Essen zu vermitteln, sodass man gar nicht anders kann, als auf „Print“ zu drücken, um das jeweilige Rezept auszudrucken.
Auch ihr Kochbuch, das ich natürlich sofort durchgeblättert habe, steht dem um nichts nach. Jedes Rezept erzählt eine Geschichte und das Buch ist vielmehr eine Hommage an Paris, die französische Küche und die unermessliche Auswahl an Lebensmitteln, die auf irgendeinem Pariser Markt darauf warten, zu genüsslichen Gerichten verarbeitet zu werden, als eine bloße Auflistung von Rezepten.
Aber vor allem liebe ich Clotildes Rezepte, weil wirklich JEDES erprobt wurde und daher auch tatsächlich umsetzbar ist, was, wie ich erst kürzlich wieder am eigenen Leibe erfahren durfte, alles andere als selbstverständlich ist.
Ihr erinnert euch doch sicherlich noch an meine Küchenfee-Projekte von letzter Woche? Ich hatte mich dazu entschlossen, ein Rezept aus einem Kochbuch, das ich während meines Praktikums in Paris gekauft hatte, auszuprobieren. Damals war ich besessen davon, wie eine echte Pariserin zu werden. Ich habe ihren Stil, ihre Werte und Einstellungen, Traditionen, die Art wie sie sich kleiden, ihre Wohnungen einrichten, ihre Taschen tragen, was sie lesen, welche Theaterstücke sie sehen, in welche Restaurants und Clubs sie gehen, wo sie ihre Freizeit verbringen, ja einfach alles studiert, jedes Detail war wie ein Puzzlestück, dass mich dieser faszinierenden Spezies näher brachte.
Ein Souvenir aus dieser Zeit ist jedenfalls ein dickes Kochbuch voller unglaublich leckerer französischer Desserts. Nicht, dass ich jemals eine Französin tatsächlich etwas Süßes essen gesehen habe, abgesehen vielleicht von ein bisschen gouter („probieren“), aber für mich repräsentieren diese Köstlichkeiten nichtsdestotrotz Paris wie es leibt und lebt. Ich habe kein einziges Mal wirklich gekocht, als ich in der französischen Metropole gelebt habe, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass meine Küche auch gute Chancen gehabt hätte, irgendwann einmal im Minimundus ausgestellt zu werden, aber ich bin mit jeder Menge Inspiration auf diesem Gebiet wieder zurückgekehrt, sowie auch mit ein paar Kilo mehr, als bei meiner Abreise, was zur Folge hatte, dass besagtes Buch nach meiner Rückkehr trotz aller guter Vorsätze für’s erste einmal ganz hinten ins Bücherregal gewandert ist.
Als ich letzte Woche beschlossen hatte, meine Küchenambitionen ein wenig zu fördern, stand für mich jedoch sofort fest, dass auch ein französisches Dessert dabei sein musste. Natürlich war mir klar, dass das ganze Unterfangen für jemanden mit meinen Küchenkenntnissen ein ungeheuerlicher Drahtseilakt werden würde, mich an etwas zu versuchen, was nicht „good old Jamie“ entspringt, aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen?
An dieser bin ich jedoch gescheitert. Obwohl ich mich wirklich an jeden Schritt des Rezeptes gehalten hatte, sicherheitshalber sogar ein Wörterbuch bereit gelegt hatte, um alle Unsicherheiten aus dem Weg räumen zu können, war das Ergebnis ein Matsch aus Mürbteig, Zitronencreme und Eischaum.
Zum Glück habe ich die genügsamsten Testesser auf der ganzen Welt, die kommentarlos den Matsch, der eigentlich eine Tarte au citron meringuée sein sollte, aus der Kuchenform gelöffelt und meine Bemühungen trotz allem anerkennend gelobt haben. Tja, die wissen halt, mit wem sie es zu tun haben.
Belle, die Küchenfee Teil I: Apple-Crumble
Gestern abend saß ich – in einer Hand ein Heferl Tee und auf meinen Beinen, die ich zum Türkensitz geschlungen hatte, mein „Kochen mit Jamie Oliver„- Buch – auf der Bank. In einem Anflug häuslicher Ambitionen hatte ich beschlossen, dass ich an meinen Kochkünsten arbeiten sollte, um der ganzen ungesunden Tiefkühlernährung ein Ende zu setzen.
Da ich es einmal deppensicher angehen wollte, um nicht sofort an Tag 1 der „Wandlung-zur-begnadeten-Köchin-Aktion“ komplett demotiviert das Geschirrtuch zu werfen, habe ich mich für einen Apple-Crumble à la Jamie entschieden. Und ich kann soviel sagen: Yammmmmiiiiie. Absolut einfach und schnell (wenn man mal vom Äpfel schälen und schneiden absieht, was ein wenig mühsam war) und einfach herrlich, weil nicht zu süß und für ein Dessert sehr leicht und fruchtig.
Man braucht (für ca. 6 Portionen):
Streusel:
225g Weizenmehl (wobei ich Vollkorndinkelmehl und Weizenmehl gemischt habe)
115g Butter
90g Zucker
1Prise Salz
Früchte:
450g Äpfel (ich hatte zwar sicher mehr, aber so lautet halt das Rezept)
3 EL Zucker (idealerweise brauner Zucker)
Die Zutaten für die Streusel in der Küchenmaschine oder mit dem Mixer zu einer krümeligen Mischung verarbeiten.
Die geschälten und in kleine Scheiben geschnittenen Äpfel in eine feuerfeste Auflaufform schichten und mit etwas Zitronensaft und braunem Zucker (und evtl. Zimt) bestreuen. Die Streuselmasse über die Äpfel verteilen und das Ganze im Ofen bei ca. 200 °C etwa eine Stunde backen, bis die Overfläche leicht bräunlich ist.
Mit Vanilleeis, Mascarpone o.ä. servieren. Et voilà!

