Auftanken
Ich bin gerne unter Menschen. Ja, ich bin sehr wohl gesellig und kommunikativ. Und dennoch sind es manchmal die Tage, die ich komplett alleine verbringe, die so wichtig für mein emotionales Gleichgewicht sind. Heute war so ein Tag.
Ok, er hat nicht ganz so optimal begonnen, als ich kurz nach acht panisch hochgeschreckt bin, im Glauben ins Büro zu müssen, aber auch dieses Missverständnis war bald geklärt und so genoss ich es umso mehr, mich noch einmal unter die Bettdecke zu kuscheln.
Später wanderte ich dann auf meine Couch, wo ich mich mit einem Latte Macchiato und einem guten Buch in meine Kuscheldecke wickelte. Und dort blieb ich. Abgesehen vom regelmäßigen Nachschub mit Kaffee und Mini-Zimtschnecken verweigerte ich jegliche Form von unangnehmen Tätigkeiten. Der Plan war eigentlich genau so den Rest des Tages zu verbringen, um Ruhe und Kraft für die kommende Arbeitswoche zu sammeln.
Seit Wochen habe ich mich nämlich nach genau so einem Tag gefreut. An dem ich mich einfach mal total zurückziehen kann und nur entspannen. Doch wie das nun einmal so ist mit großen Wünschen, eröffnet sich, wenn einmal erfüllt, gleich Neue. In meinem Fall war das ein Museumsbesuch, den ich mir bereits seit Ewigkeiten vorgenommen hatte.
Also beschloss ich mich doch für ein paar Stunden von meiner Couch zu trennen – und sollte diese Entscheidung nicht bereueen. Der Besuch in der Albertina war perfekt, ich fand nur wieder einmal heraus, wie kurz meine Aufmerksamkeitsspanne in Museen leider ist. Ich liebe Museen und möchte am liebsten alle Eindrücke, alle Informationen auf einmal in mir aufsaugen, aber leider ist genau das nach spätestens einer Stunde einfach zu viel. So sehr ich mich auch bemühe, irgendwann ist die geht es einfach nicht mehr.
Aber ich war glücklich und zufrieden. Und nutzte die Gelegenheit, wo ich schon einmal stand, und nahm mir eine Kanne grünen Tee mit auf den Weg zur Couch, auf der ich seitdem knotze und sobald ich dies hier fertig geschrieben habe, werde ich mich auch wieder in mein Buch vertiefen und danach hoffentlich in einen friedlichen Schlaf sinken.
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