Filmfieber

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Gestern Abend habe ich mir im Rahmen der Viennale den Film „Michael Clayton“ angesehen. Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich anfangs gar nicht so enthusiastisch war, als A. sich den Film als Teil ihres Geburtstagsgeschenkes ausgesucht hatte, aber man kann dem Geburtstagskind ja schwer etwas abschlagen, daher habe ich mich dem Wunsch gebeugt. Es war ja nicht so, als hätte mich der Film nicht interessiert, aber ich hatte mir für meine Viennale Premiere einfach etwas ein wenig …. anspruchsvolleres, intellektuelleres gewünscht. Aber im Nachhinein war ich vollauf zufrieden mit unserer Wahl: Nicht nur, dass George Clooney wieder einmal zum schmachten war, auch der Film selbst war spannend bis zur letzten Minute, die Handlungsstränge wurden auf geniale Art und Weise langsam miteinander verbunden, sodass man nicht, wie es sonst bei amerikanischen Actionfilmen oft der Fall ist, bereits nach den ersten 20 Minuten eine Ahnung hat, wie es weitergeht, sondern bis zum Schluss braucht, um die Handlungsstränge zu verbinden und zu verstehen.
Peinlich war lediglich, dass ich die ersten 10 Minuten nur halb mitbekommen hatte, da ich mit dem Schlaf gekämpft hatte. Nein, nein, der Film war wirklich spannend, aber es passiert mir in letzter Zeit andauernd, dass mir, sobald ich irgendwo ruhig sitze, die Augen zufallen. So auch letztes Wochenende als meine Freundin MD aus Deutschland zu Besuch war und ich uns einmal Karten für die Oper (La Traviata) und einmal für’s Theater (Der Sturm) besorgt hatte und dann echte Probleme hatte, wach zu bleiben. Das Problem ist: Ich schlafe in letzter Zeit viel zu wenig, wenn ich wach bin, passiert einfach zu viel, das meine Adrenalinspiegel permanent in die Höhe treibt oder dort hält, so dass ich einfach erschöpft bin – glücklich erschöpft, aber doch erschöpft. Mehr dazu ein andermal – ich muss jetzt weiter, denn heute Abend erwartet mich mein nächster Viennale Film: Je pense à vous. Man darf gespannt sein.

Oktober 22, 2007. Good Times. Kommentieren.

See ya!

Zufällig las ich, dass mein absoluter Lieblingseissalon „Tichy“ mit Ende des letzten Monats in die Winterpause geht.

Ich gehe eigentlich sehr selten wirklich Eisessen, aber wenn man plötzlich mit Verlustängsten konfrontiert wird, kann man plötzlich gar nicht anders, als sich nach dem Objekt, das man im Begriff ist zu verlieren (und sei es nur für ein paar Monate), zu verzehren.

In meinem Fall war das ein riesiger Pina Colada -Eisbecher mit der besten Schokoladesauce der Welt und viel Schlagobers und getrockneten Ananas. Darunter findet sich außerdem noch eine Tonne Kokoseis, das, wenn man sich mal durch den Wahnsinn aus Schokolade und Schlag gearbeitet hat, direkt „light“ schmeckt.

Obwohl ich das Eis nicht einmal zur Hälfte aufgegessen hatte, hatte ich es bis fast an die Grenze der Übelkeit geschafft. Die Betonung liegt jedoch auf FAST, denn selbst jetzt läuft mir bei dem Gedanken an das große Fressen (bei dem ich übrigens in bester Gesellschaft von S. war, die meine Neigung zum Zuckerhigh teilt) läuft mir noch immer das Wasser im Mund zusammen.

Aber glücklicherweise habe ich noch ein paar Stücke meiner Eistorte, die ebenfalls noch vor der Winterpause retten konnte, die mich über den Verlust vorerst hinwegtrösten können.

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Oktober 11, 2007. Obsessionen. Kommentieren.

Out of order

Ich weiß, ich weiß, in den letzten Tagen war ich wirklich seeeeehr nächlässig mit schreiben, aber ich habe wirklich gute Gründe:

- ein neuer Job

- Wohnungssuche

- Geburtstagsvorbereitungen

- Besuch von Freundinnen aus Deutschland

- Planlosigkeit und Entscheidungsschwäche ohne Ende

Ich verspreche aber hier offiziell und hoch und heilig: sobald ich sowas wie wieder den Durchblick in meinem Leben bekommen habe bzw. die Zeit und Ruhe habe, mich hinzusetzen und meine Gedanken an dieser Stelle zu ordnen und aufzuschreiben, werde ich das hier tun, großes Indianerehrenwort.

Aber bis dahin muss ich jetzt weiter zusammenräumen, denn morgen kommt meine Freundin S. und ich möchte nicht, dass sie bereits in den ersten 10 Sekunden, nachdem sie das Haus betreten hat, weiß, wie es im Moment in mir drinnen aussieht.

Oktober 10, 2007. Drama Queen, Working Girl. Kommentieren.

Happy Birthday …

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… to meeee!

Oktober 8, 2007. Moi. Kommentieren.

Working Girl

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Wie versprochen, mein Bericht zum ersten Arbeitstag. Eigentlich war alles – wie erwartet – eher unspektakulär. Ich habe in erster Linie versucht, Gesichter, Namen und Funktionen einander zuzuordnen, einen halbwegsten Durchblick bei den aktuell laufenden Projekten und der Rolle, die ich bei ihrer Durchführung spielen soll, zu verschaffen und dabei halbwegs kompetent und produktiv auszusehen.

Tatsache war aber, dass ich sehr viel Zeit nutzlos in der Gegend herumgesessen bin und bemüht war, dies durch emsiges Notizen machen, am Computer tippen und auf „Aktualisieren“ in meinen Lotus Notes-Account zu klicken.

Ich bin davon überzeugt, dass es sich um einen super Job in einem tollen Unternehmen handelt und auch die Kollegen scheinen alle mehr als nur in Ordnung zu sein, aber wie schon bei meiner letzten Büro-Erfahrung, vermisse ich manchmal das kreative Chaos, das „Ins-kalte-Wasser-geworfen-werden“ und das auf sich allein gestellt sein, dass ich aus meiner Zeit als Journalistin kannte. Ich bin mir nämlich nicht 100%ig sicher, ob ich für eine klassische Corporate Career geboren bin, besser gesagt, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht bin.

Zum einen langweile ich mich sehr schnell, wenn ich mich unterfordert fühle und das geht bei mir – ohne überheblich klingen zu wollen – seht schnell. Ich eigne mich auch absolut nicht für interne Firmenpolitik, die verlangt, sich bei den richtigen Leuten einen guten Namen machen, nützliche Freundschaften pflegen und wenn es sein muss, den richtigen Leuten regelrecht in den Arsch zu kriechen. Das alles geht mir so sehr gegen den Strich, dass es mir alleine bei Gedanken daran, mich für irgendetwas derartig prosituieren zu müssen, den Magen umdreht. Dazu kommt, dass ich eigentlich absolut keine Machtambitionen hege. So sehr ich es hasse, mir von jemand anderem sagen lassen zu müssen, was ich zu tun habe und wie ich es zu tun habe, dass da jemand ist, der das offizielle Recht darauf hat, seinen Senf zu meinem Schaffen zu geben und dabei oft den Intelligenzquotienten aufweist, der die Raumtemparatur nur knapp übersteigt, hege ich null Ambitionen diese Leute irgendwann einmal zu führen oder selbst diejenige zu sein, die anderen sagt, was sie tun sollen.

Ich hege da eher einen „laisser faire“-Ansatz, der in etwa so aussieht, dass ich bei meinen Projekten kreative Freiheit haben will und anderen das gleiche Recht einräumen. Die meiste Zeit bin ich nämlich ohnehin viel zu sehr mit mir und den Menschen, die mir wichtig sind beschäftigt, als dass ich mich um die Unzulänglichkeiten anderer Menschen herumärgern wollen würde.

Wie dem auch sei: Ich glaube, dass oben beschriebene Eigenschaften nicht auf meine Kollegen und Vorgesetzten zutrifft und ich weiß, dass Eigeninitiative, flache Hierarchien und Selbstständigkeit in meiner neuen Firma groß geschrieben werden, daher bin ich optimistisch, hier ein passendes Platzerl für mich gefunden zu haben.

Foto: Hugo Boss auf www.elle.de

Oktober 1, 2007. Working Girl. Kommentieren.