Belle, die Küchenfee Teil I: Apple-Crumble
Gestern abend saß ich – in einer Hand ein Heferl Tee und auf meinen Beinen, die ich zum Türkensitz geschlungen hatte, mein „Kochen mit Jamie Oliver„- Buch – auf der Bank. In einem Anflug häuslicher Ambitionen hatte ich beschlossen, dass ich an meinen Kochkünsten arbeiten sollte, um der ganzen ungesunden Tiefkühlernährung ein Ende zu setzen.
Da ich es einmal deppensicher angehen wollte, um nicht sofort an Tag 1 der „Wandlung-zur-begnadeten-Köchin-Aktion“ komplett demotiviert das Geschirrtuch zu werfen, habe ich mich für einen Apple-Crumble à la Jamie entschieden. Und ich kann soviel sagen: Yammmmmiiiiie. Absolut einfach und schnell (wenn man mal vom Äpfel schälen und schneiden absieht, was ein wenig mühsam war) und einfach herrlich, weil nicht zu süß und für ein Dessert sehr leicht und fruchtig.
Man braucht (für ca. 6 Portionen):
Streusel:
225g Weizenmehl (wobei ich Vollkorndinkelmehl und Weizenmehl gemischt habe)
115g Butter
90g Zucker
1Prise Salz
Früchte:
450g Äpfel (ich hatte zwar sicher mehr, aber so lautet halt das Rezept)
3 EL Zucker (idealerweise brauner Zucker)
Die Zutaten für die Streusel in der Küchenmaschine oder mit dem Mixer zu einer krümeligen Mischung verarbeiten.
Die geschälten und in kleine Scheiben geschnittenen Äpfel in eine feuerfeste Auflaufform schichten und mit etwas Zitronensaft und braunem Zucker (und evtl. Zimt) bestreuen. Die Streuselmasse über die Äpfel verteilen und das Ganze im Ofen bei ca. 200 °C etwa eine Stunde backen, bis die Overfläche leicht bräunlich ist.
Mit Vanilleeis, Mascarpone o.ä. servieren. Et voilà!
Immer dann, wenn’s am schönsten ist …
Das Wochenende war einfach perfekt: Am Freitag, ein, zwei, viele Mojitos mit S, was dazu geführt hat, dass wir uns Erzählungen zufolge benommen haben … ich sag’s euch, Komatrinkende Teenager wären blass vor Neid geworden! Aber soviel kann gesagt werden: Setzt uns zwei Männer in Uniform vor die Nase (die, das muss jetzt annerkennungshalber echt einmal gesagt werden, eine Engelsgeduld mit uns hatten und alle noch so seichten Schmähs und blöden Meldungen unsererseits über sich ergehen haben lassen) ein Funkgerät, Handschellen und ein lustiges Käppi und wir sind für mindestens 24 Stunden bestens unterhalten. Gut, ich sollte das jetzt echt nicht näher ausführen, bevor noch irgendwer Ärger bekommt.
Gestern habe ich mit A und ihrem Ex (ich weiß, dass klingt jetzt sicher total krank, aber es ist gar nicht so, wie es scheint: Die beiden sind noch immer super befreundet und deshalb war das in keinster Weise komisch oder so) auf dem Gürtel Nightwalk. Für mich war es ja – im Gegensatz zu den beiden – eine Premiere und leider habe ich von den Bands nicht mehr übermäßig viel mitbekommen, da ich geschätzte 5 Stunden mit Parkplatzsuche verbracht habe, aber der Aufwand war es definitiv wert. Da ich vom Vorabend ohnehin den ganzen Tag unter Hammerschlagen in der Gedächnishalle gelitten hatte, habe ich beschlossen, antialkoholisch zu bleiben und damit ich den guten Vorsatz auch auf keinen Fall über Bord werfen konnte, hatte ich mich dazuentschlossen, mit dem Auto zu fahren. Aber trotzdem: super Stimmung, angenehme Leute und bei dem Wetter einfach das ideale Abendprogramm, das wir später dann in der Wäscherei abgerundet haben.
Was ich heute gemacht habe, könnte ich eigentlich gar nicht mehr so genau sagen, vor allem wo bitte schön die Zeit hin ist, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Ich mein’, es kann doch kaum einen ganzen Tag dauern, die Wochenendzeitungen zu lesen, Tichy-Eismarillenknödeln zu essen und die „Das wilde Leben„-DVD zu schauen, oder?
Am Rande des Wahnsinns
Mach, dass es aufhört!
Wie ein Säbel bohrt sich das Geräusch der Schleifmaschine seit nun 4 Tagen fast ununterbrochen in meinen Kopf. Es ist, als ob es Riesen-Zahnarzt dem Karies eines Riesen-Patienten, der sich nach geschätzten 25 Jahren, die seit seinem letzten Zahnarztbesuch vergangen waren, nun wieder einmal zu einem Besuch durchgerungen hatte, den Kampf angesagt hatte.
Ich gehöre so schon eher zu der nervöseren Spezies, sprich ich bin generell von einer gewissen inneren Unruhe geplagt, die, so vermute ich, daher rührt, dass ich es kaum schaffe, richtig abzuschalten und mich einmal ruhig hinzusetzen. Meistens mache ich fünf Sachen gleichzeitig, eine immer länger werdende „To-Do“-Liste erinnert mich noch dazu unaufhörlich daran, was ich mir noch alles bis vorgestern vorgenommen hatte, dazu kommen dann noch meine Gedanken, in denen ich so sehr versinken kann, dass ich besonders anfällig für Sachen wie, vergessen bei der richtigen U-Bahn-Station auszusteigen, die richtige Autobahn-Ausfahrt zu nehmen oder dergleichen.
Daher kann mich so etwas wie ein penetranter Riesenbohrer wahrhaftig an den Rande des Wahnsinns treiben. Alle Versuche – von einem Glas Wein bis zur Beruhigungszigarette – blieben bisher erfolglos und ich befürchte, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis ich irgendwann einmal hysterisch kreischend dastehe und mich aufführe wie ein Psycho.
Wer meldet sich freiwillig? Wer holt mich hier raus?!
Anm.: Bevor Ihr auf falsche Gedanken kommt, der Lärm ist keine kranke Erfindung von mir, sondern kommt daher, dass derzeit Instandhaltungsarbeiten an unserem Haus gemacht werden.
Der Teenager in mir
Mein Name ist Belle und ich bin ewiger Teenager. Ja, ich weiß, Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung – obwohl ich gar nicht so sicher bin, ob ich daran etwas ändern möchte.
Heute morgen ist mir das wieder einmal bewusst geworden, als ich die erste Folge O.C. California gesehen habe und festgestellt habe, dass ich es noch immer liebe. Habe ich erwähnt, dass ich schon immer einen Faible für Serien à la Beverly Hills 90210, Melrose Place, Friends, etc. und Filme wie Clueless, Natürlich Blond und alles mit Freddie Prince Jr. hatte? Ja, ich geb’s zu, ich stecker voller Kitsch und Klischees, denn auch wenn sie heute The O.C., Sex and the City, Gilmore Girls, Desperate Housewives, Nip/Tuck und natürlich – der Gipfel der Obsession – Grey’s Anatomy heißen … das Prinzip ist das gleiche.
Bevor jetzt der große Aufschrei von wegen „Was für eine hohle Nuss“ und „Intelligenzquotient, der die Zimmertemperatur nicht übersteigt“ kommt, möchte ich bitte klarstellen: Ich besitze durchaus auch Tiefe – nicht nur was Filme und Serien betrifft, und ich lege sehr viel Wert darauf auch meinen Horizont zu erweitern, aber ich habe auch kein Problem damit zuzugeben:
Ich bin 25-jährige Akademikerin und komme mir überhaupt nicht blöd dabei vor, mit meinen Freundinnen über die neuesten Entwicklungen rund um Meredith und Derek, Rory und Logan oder Summer und Seth zu diskutieren.
Denn oft ist das wirkliche Leben kompliziert und real genug, sodass ich mich manchmal einfach den Oberflächlichkeiten der Welt hingeben muss, um mein emotionales Gleichgewicht beizubehalten.
Von Gedächnislücken und Weltuntergangsstimmung
Heute Nacht, irgendwann zwischen 3.00 und 6.00 Uhr hatte ich eine Eingebung. Als ich aufgewacht bin, weil vor meinem Fenster ein Wolkenbruch nieder ging, der mich für einem Moment glauben ließ, das Ende der Welt sei nicht fern. Kurz bevor ich wie ein kleines Kind die Decke über den Kopf gezogen habe, hatte ich eine super Idee für einen Blog-Eintrag. Ich dachte sogar kurz daran, sie sofort aufzuschreiben. Aber meine Augen wollten sich irgendwie nicht öffnen und es war gerade so kuschelig warm und aufstehen hätte bedeutet, dem Weltuntergang ins Auge zu blicken und so beschloss ich, das Ganze auf in der Früh zu verschieben …bloß habe ich jetzt keine Ahnung mehr, worum es bei meiner Idee gegangen ist, ich weiß nur noch, dass sie gut war… richtig gut.
Bis sie mir wieder einfällt, müsst ihr euch also hiermit begnügen.
Ex
Zweifelhaft blicke ich in den Spiegel und begutachte kritisch meine Erscheinung. Nach langem Hin und Her zu Hause vor dem Spiegel hatte ich mich zuletzt doch für ein eher klassisches Outfit mit Jeans und schwarzes Shirt entschieden, lediglich einige gezielt gesetzte Akzente wie meine roten Pumps und die dazu passende kleine Tasche sowie rot lackierte Nägel lassen darauf schließen, dass ich nicht eigentlich vor hatte, einen ruhigen Kinoabend mit Freundinnen zu verbringen. Ich atme noch einmal tief durch und verlasse die Damentoilette um mich wieder durch das Getümmel auf der Tanzfläche zur Bar durchzudrängen, wo meine Freundin N. mit meinem Tequila Sunrise auf mich wartet. Trotz der Lautstärke unterhält sie sich gerade angeregt mit D. und F. über das deprimierende Dasein als Diplomandin, ein Thema, das auch ich allzu gut kenne, aber glücklicherweise vor einem knappen halben Jahr hinter mir gelassen habe. Im Augenwinkel sehe ich den Ex.
Ich hatte N. als moralische Unterstützung mitgenommen, denn der Ex hatte mich zu dieser Party, die er bzw. seine Firma veranstaltet, eingeladen und nun standen wir also hier und während sich N. offensichtlich prächtig amüsierte, war ich den ganzen Abend eher angespannt. Obwohl wir in den zwei Jahren, die wir nun bereits getrennt sind, immer mehr oder weniger regelmäßigen Kontakt gehalten haben und uns auch in Freundschaft getrennt hatten, sind Situationen wie diese noch immer eigenartig für mich. Es ist eine Sache, wenn wir uns auf einen Kaffee treffen, über Gott und die Welt reden und dann wieder jeder seine eigene Wege geht, aber dies hier ist eine andere Sache. Ihn umgeben von seinen Freunden und Bekannten zu sehen, im Mittelpunkt des Geschehens und umgeben von flirtenden Frauen, die sich zu jungen, mehr oder weniger erfolgreichen Männern hingezogen fühlen, ist als Ex-Freundin definitiv gewöhnungsbedürftig.
Er wirkt selbstbewusst und gutgelaunt und ich komme nicht umher, darüber nachzudenken wie wir uns beide in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. Ich war mehr oder weniger permanent unterwegs in der Weltgeschichte, während er mit einem Freund seine eigene Firma gegründet hat und ein beeindruckendes Netzwerk an Kontakten aufgebaut hat. Obwohl ich nichts bereue und in all der Zeit eigentlich niemals der Wunsch aufgekommen ist, meine Entscheidung, die Beziehung zu beenden, rückgängig zu machen, beneide ich ihn ein wenig, denn im Moment hat es den Anschein, als hätte ausgerechnet er, der niemals geplant, auf Ziele hingearbeitet oder sich über irgendetwas Sorgen gemacht hat, mehr erreicht, als er sich selbst jemals zugetraut hätte.
Im Augenwinkel sehe ich, wie er sich mit einer ausnehmend hübschen Blondine unterhält, die ihn flirtend anlächelt. Er sieht mich und zwinkert mir zu, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder seinem Gegenüber zuwendet, und ich meinem Mojito, den der Kellner in diesem Moment vor mir abstellt.
Living on the Edge
Ich geb’s zu: Manchmal bin ich schon sowas wie eine Gefahr für die Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen menschlichen Geschossen brauche ich allerdings kein Auto dazu, nein, beim Autofahren bin ich eigentlich gar nicht so schlecht, zumindestens könnte man das meinen, wenn man meine Unfallstatistik als Beweis heranzieht (0 Unfälle in 8 Jahren).
Aber als Fußgänger sieht die Sache schon wieder anders aus: Hier erkenne ich regelmäßig, wo meine Grenzen in Bezug auf Multi-Tasking liegen. Wie heute zum Beispiel, als ich vertieft in meinen Spiegel-Artikel auf dem Weg zum Augenarzt war. Die Stufen bei der U-Bahnstation, die rote Ampel beim Zebrastreifen, die Sesseln und Tische vor der Coffeeshop Company, ja sogar entgegenkommende Fußgänger – alles kein Problem, Hydranten, hingegen – gar nicht so einfach. Bevor ich wusste, was passiert wurde ich aus meiner Mafia-Story und The Killers-Dröhnung (hatte ich den Ipod erwähnt…?) gerissen, als mein Knie eine äußerst unsanfte Begegnung mit einem Hydranten hatte.
Ein riesiger blauer Fleck lässt mein Knie nun in den exotischten Farben leuchten und erinnert mich und Röcke sind für die nächsten Wochen sowieso von der Possible-Outfits-Liste verbannt. Das einzig Positive an der Geschichte ist, dass man als Unfallopfer den Rest des Tages ohne schlechtes Gewissen mit einem guten Buch auf dem Sofa verbringen darf, anstatt mich auf dem Laufband im Fitnessstudio abzuquälen. Und Schokolade essen. Gegen den Schock.
Die offizielle Version lautet übrigens, dass besagter Unfall NACH meinem Augenarztbesucht passiert ist, als ich vom Eintropfen noch verschwommen gesehen habe. Muss ja nicht jeder wissen, was für ein – wie meine Großtante so schön sagen würde – Patscherl ich manchmal bin.
IKEA-Romantik
„Und wie war das Wochenende sonst so?“, frage ich S nachdem sie mir von ihrem kleinen Vodka-Exzess, denn sie sich beim freitäglichen Dinner zu dem sie und ihr Holder bei einem befreundeten Pärchen eingeladen waren. „Ach nichts Besonderes. Am Samstag waren wir beim IKEA und haben uns ein neues Bild für’s Wohnzimmer gekauft“, antwortet sie und beschreibt mir die neue Errungenschaft begeistert ins kleinste Detail. „Schön“, presse ich heraus – mehr Begeisterung kann ich mir in Hinblick auf derartige Anwandlungen leider nicht abringen.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe IKEA und finde im Gegensatz zu vielen anderen ganz und gar nicht, dass IKEA-Möbel zwangsläufig den Tod jeglichen Designs und Individualismus in Wohnungsdingen bedeuten muss und ich gehöre auch nicht zu denen, die gebeutelt von Abscheu auf die so genannten IKEA-Couples herabblicken, die für sie einem Alptraum-Szenario gleichen, aber auch für mich gibt es gewisse Grenzen: so finde ich, dass man in jeder Wohnung daran erkennen kann, wie viel Individualität und Tiefgang Menschen haben, in dem man sich ansieht, was die Leute sich so an die Wand hängen oder ins Regal stellen. Ich für meinen Teil finde es nämlich überhaupt nicht verwerflich, wenn man originelle Teile, die man auf City-Trips oder Märkten im Urlaub erstanden hat, auf einem Billy-Regal drapiert oder das Ergebnis eines spontanen kreativen Anfalles an einem verregneten Sonntagnachmittag über sein Lillberg-Sofa hängt, aber so ein IKEA-Bild hat für mich den gleichen Spannungsfaktor wie Supermarktmusik – und die höre ich mir ja auch nicht in meinem Wohnzimmer an.
Aber es sollte noch besser kommen: S erklärt mir nämlich weiter, dass sie und der Holde beschlossen haben, sich besagtes Bild quasi gegenseitig zum Jahrestag, anstelle von „echten“ Geschenken, zu gönnen. Das löste in mir dann doch echte Sprachlosigkeit aus – was nicht oft vorkommt – bevor mir dann rausrutscht: „Irgendwann geht halt jede Romantik den Bach runter, was?“ Entrüstung auf der anderen Seite der Leitung.
Ooops, vielleicht sollte ich doch weniger Polly Adler lesen.
MEIN Weihnachtsmann kommt manchmal auch im Sommer
Unerträglich lautes Klingeln riss mich heute früh jäh aus meinem Schönheitsschlaf. Komplett aus dem Konzept gebracht brauchte ich einige Zeit, bis ich realisierte, dass das Läuten nicht von einem Wecker, sondern von der Tür kam – meiner Tür um genau zu sein. Auch wenn ich noch nicht so weit war, die Uhrzeit als Ganzes geistig zu erfassen – der Blick auf den Radiowecker auf dem Nachttisch zeigte an der ersten Stelle eine „7“ an – rang ich mich schlussendlich doch dazu durch, nachzusehen, wer der Störenfried war, der es wagte, mich zu dieser unchristlichen Zeit zu belästigen. Der gestrige Abend mit J hatte seine Spuren hinterlassen und ich fragte mich, ob es tatsächlich Leute gab, die vom schlafen schöner werden.
Ich taumelte also schlaftrunken in Richtung Eingangstür und warf vorsichtshalber noch einen Blick in den Vorzimmerspiegel – oben herum: Tank Top – Check, unten herum: Hotpants – ein bissi kurz geraden, aber was soll’s – Check – und öffnete die Tür.
Tadaaaahhh! Was erblickten meine müden Augen: Ein etwas irritierter Postbote hielt mir ein Packet/Plastiksackerl-Etwas, auf dem der „La Redoute“-Schriftzug ragte, vor die Nase. Das nenne ich einen guten Start in den Tag! Gar nicht mehr böse ob der Störung Mitten in der Nacht, malte ich meine drei XXX auf das Gerät, das der gelbe Mann mir hinhielt, und nahm meinen Schatz in Empfang.
Meinem ursprünglichen Instinkt kehrte ich auf der Stelle in mein Bett zurück, um dort weiterzumachen, wo ich zuvor aufgehört hatte, doch sobald ich meinen Kopf auf den Polster gelegt hatte, war klar, dass an schlafen jetzt nicht mehr zu denken war. Wie ein kleines (amerikanisches) Kind am Weihnachtsmorgen krallte ich mir das Packet/Sackerl-Etwas und fing sofort an, alles durchzuprobieren. (Habe außerdem herausgefunden, dass sich die Betrachtung von verschwommenen Körperkonturen – ich hatte meine Kontaktlinsen noch nicht eingesetzt – sich definitiv positiv auf die Selbstliebe auswirkt – nur so als Tipp.) Ich musste mir selbst gratulieren: Natürlich hatte ich längt vergessen, was ich vor Wochen im Rahmen eines spontanen Shopaholic-Anfalles am Sonntag bestellt hatte, aber mein Geschmack ist seitdem weitgehend konstant geblieben, was zur Folge hatte, dass ich mich um kurz nach 8 Uhr bereits mit einem schwerwiegenden Entscheidungsproblem konfrontiert sah.
Nachdem eine Lösung dieses Problems nicht in unmittelbarer Zukunft absehbar war, beschloss ich letztendlich doch auf ein altes Hausmittel zurückzugreifen: darüber schlafen.
Der schöne Ben, Teil II
Nach der 2. und 3. Stunde (Hey, ich war heute motiviert!) kann ich mich nur fragen: Wer hätte gedacht, dass im schönen Ben so ein Sadist steckt?
Dumm nur, dass Masochismus manchmal zu meinen Lieblingsdrogen gehört …
